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ernst arnold park _10

ernst arnold park _10

Hannah Stippl rekurriert in ihrer Malerei auf natürliche, botanisch-pflanzliche Strukturen. Die aus Farbflächen bestehenden und mit Hilfe von Malerwalzen erzeugten repetitiven Strukturgefüge zielen jedoch nicht auf mimetische Abbildung, sondern evozieren vielmehr einen mehrdeutigen Eindruck von Natürlichem. Laub- und Blätterwerk wird dabei weniger erkannt als vom Betrachter in die Strukturen hineinlesen.

Bedeutet eine derartige, teils impressionistisch anmutende Darstellungsweise im √∂ffentlichen Raum per se Ästhetisierung? In dieser Lesart bildete Stippls malerische Intervention nichts weiter als eine eskapistische Projektionsfläche. Systemreflexiv betrachtet schafft die Künstlerin jedoch ein malerisch-interventionistisches Dispositiv: Die Wandmalerei fordert √úbermalungen und Einschreibungen fremder AkteurInnen und AutorInnen geradezu heraus. Stippl erzeugt auf diese Weise ein offenes ästhetisches System, das die soziokulturell und letztlich stets politisch bestimmten Zuordnungen und Grenzverläufe von Subjekt/Öffentlichkeit sowie AutorIn/RezipientIn befragt und auf die Probe stellt.

link Text David Komary
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Ernst Arnold Park 2010